Anleitung: SEO-Konkurrenzanalyse wie vom Experten [inkl. Vorlage]

Lernen Sie, wie Sie eine SEO-Konkurrenzanalyse erstellen, um herauszufinden wie stark Ihre Konkurrenz bei Google ist und bessere Strategien zu entwickeln, um Ihre Konkurrenz auszustechen. Am Ende dieses Dokuments erhalten Sie außerdem Zugriff auf eine kostenlose Google-Sheets-Vorlage, in der Sie Ihre Erkenntnisse sammeln können.

Suchst du nach etwas Bestimmten?

Episoden-Transkript mit Bildern

Hi, ich bin Kai Bader und du hörst Let’s Talk Online Marketing – den Internetmarketing Podcast für Dienstleister und KMUs. Und damit ganz herzlich willkommen zur elften Episode!

Heute lernst du, wie du deine Konkurrenz in Sachen SEO (siehe auch: Wofür steht SEO?) analysieren kannst, um herauszufinden wie gut sie bei Google aufgestellt ist. Ich erkläre dir heute, wie du eine simple SEO-Konkurrenzanalyse machen kannst und wie du damit besser verstehen kannst, welche Strategien deine Konkurrenten verfolgen.

Diese Erkenntnisse kannst du dann zum Beispiel nutzen, um deine Konkurrenz auszustechen und um ein neues Projekt besser einschätzen zu können, was den Ressourcenaufwand angeht.

Am Ende der Episode erhältst du außerdem eine Vorlage zum Download, mit der du deine SEO-Konkurrenzanalyse selbst aufzeichnen kannst.

Ein wichtiger Punkt vorab: In dieser Episode werden wir NICHT darüber reden, wie du eine Keywordrecherche erstellst. Bevor du mit der SEO-Konkurrenzanalyse startest, solltest du aber zumindest die allerwichtigsten Keywords schon parat haben. Also du solltest zumindest grob wissen, für welche unternehmensrelevanten Suchbegriffe du ranken willst. Ich werde in den kommenden Wochen aber auch noch eine ausführliche Episode zum Thema Keywordrecherche machen.

Weshalb die SEO-Konkurrenzanalyse Gold wert ist

OK, starten wir rein. Und vielleicht ganz am Anfang noch kurz die Erklärung, warum du überhaupt eine Konkurrenzanalyse machen solltest. Letztendlich hilft dir die Konkurrenzanalyse bei zwei wesentlichen Punkten.

Erstens hilft sie dir dabei einzuschätzen, wo du im Vergleich zu deinem Wettbewerb aktuell stehst. Also man könnte sagen, dass die SEO-Konkurrenzanalyse so eine Art Benchmarking darstellst.

Du willst schließlich wissen, auf was du dich einlässt, also sowohl was die finanziellen Mittel angeht, die du investieren werden musst als auch was die Zeit angeht, mit der du rechnen musst, um erste Ergebnisse zu sehen.

Vielleicht hast du auch das Gefühl, dass du deine Konkurrenten eh schon ganz gut einschätzen kannst. Aber die Chancen stehen gut, dass dich die Erkenntnisse, die du aus dieser Episode mitnehmen wirst, überraschen werden.

Weil tatsächlich können deine Konkurrenten online und offline ganz verschieden sein. Also nur weil das Unternehmen um die Ecke dieselben Leistungen anbietet und die selbe Zielgruppe anspricht wie du, heißt das nicht, dass diese Konkurrenten dir auch online in die Quere.

SEO-Konkurrenten müssen nicht mit den Offline-Konkurrenten übereinstimmen. Der Konkurrenzkampf bei der Suchmaschinenoptimierung muss immer getrennt betrachtet werden.

Das heißt, diese SEO-Konkurrenzanalyse, die wir jetzt gleich besprechen, hilft dir auch, dass du die richtigen fürs SEO relevanten Konkurrenten auf dem Schirm hast.

Zweitens ist die SEO-Konkurrenzanalyse eine super Möglichkeit, um nicht das Rad neu erfinden zu müssen. Das Ding ist, in jeder Nische funktionieren unterschiedliche Maßnahmen unterschiedlich gut und die Konkurrenzanalyse hilft dir dabei, Verständnis dafür zu bekommen, was in deiner speziellen Nische besonders gut funktioniert. Und vor allem, was NICHT funktioniert.

Insofern kannst du durch eine gute SEO-Konkurrenzanalyse auch schon ein erstes Gespür dafür bekommen, welche Keywords besonders interessant sind, welcher Content-Typ besonders gut funktioniert ist und auf welche Linkbuilding-Strategien du dich eventuell für die Zukunft fokussieren solltest.

SEO-Konkurrenzanalyse erstellen in 3 Schritten

Wie erstellst du jetzt eine SEO-Konkurrenzanalyse? Wie gesagt, die Keyword-Recherche solltest du schon fertig gemacht haben.

Wenn das aber erledigt ist, würde ich dir folgenden Prozess vorschlagen.

  • Erstens, bestimme, wer deine WAHREN Konkurrenten sind
  • Zweitens, analysiere deine Konkurrenten
  • Drittens, stelle deine Erkenntnisse in einer Excel-Tabelle dar

Die einzelnen Punkte werde ich jetzt Schritt für Schritt mit Bildern erklären.

Schritt 1: Bestimme deine WAHREN Konkurrenten

OK, Schritt Nummer 1, die Auswahl deiner WAHREN Konkurrenten. Dieser Schritt ist extrem wichtig. Wenn du hier die falschen Konkurrenten festlegst, stimmt die ganze Analyse hinten und vorne nicht.

Deswegen brauchst du für diesen Schritt auch bereits deine Keywordrecherche, oder zumindest deine Top 10 unternehmensrelevanten Keywords, denn deine Konkurrenten wählst du basierend auf diesen Keywords aus.

Alles weitere ist aber denkbar einfach. Du gehst jetzt mit diesen Keywords einfach hin und schaust, wer aktuell bei Google für diese Suchbegriffe rankt und wählst anschließend deine Konkurrenten aus.

Hier hast du jetzt zwei Optionen.

Erstens, du machst das ganze manuell, gehst also einfach hin, googlest deine Keywords und schaust dir an, wer hier rankt:

SEO-Konkurrenten finden durch Google Suche
Abb. 1: Ausschnitt aus einer Google-Suche nach dem Keyword „erp system mittelstand“

Oder alternativ kannst du natürlich auch verschiedene Tools dafür nutzen, wie zum Beispiel Ahrefs.

Wenn du Zugriff auf ein solches Tool hast, würde ich dir immer diese Variante empfehlen.

Das Ding ist, dass du dir ja nicht ein einzelnes Keyword anschauen willst, sondern ein Keyword-Set, also z. B. die 10 wichtigsten Keywords für dein Unternehmen. Manuell geht das nur sehr umständlich, da bist du mit einem Tool einfach besser aufgehoben, du bist einfach schneller damit und reduzierst Ungenauigkeiten.

Jedes Keyword stellt einen eigenen Wettkampf da
Vielleicht fragst du dich jetzt, warum wir uns eine Gruppe von Keywords anschauen und nicht einzelne Keywords analysieren. Der Grund ist, dass wir uns einen Überblick verschaffen wollen. Und zwar über die Konkurrenz als Gesamtes und nicht über die konkreten Inhalte, die wir vielleicht irgendwann erstellen wollen. Jedes Keyword ist am Ende ein isolierter Wettkampf um die Top-Rankingpositionen und muss deswegen auch immer individuell betrachtet werden. Aber darum kümmerst du dich erst wenn es um die eigentliche Content-Erstellung geht, das macht an dieser Stelle einfach noch keinen Sinn.

Falls du es aber doch manuell machen willst, weil du aus irgendeinem Grund kein Tool verwenden kannst oder willst, solltest du die Suchanfragen zumindest im Inkognito Fenster stellen.

Und achte auch darauf, dass du deinen Standort eventuell unterdrückst.

Wenn du einen Deutschen Markt ansprichst, aber zum Beispiel aus der Schweiz heraus googlest oder umgekehrt, verzerrt das ansonsten unter Umständen das Bild.

Falls du nicht weißt, wie du deinen Standort für die Google-Suche anpassen kannst, hier noch ein schneller Tipp:

Ich persönlich verwende für temporäre Standort-Änderungen gerne den Google Location Changer von SE Ranking.

Such einfach nach „Google Location Changer“, dann findest du das schon, sollte eigentlich auf Position 1 ranken. Alternativ hier der direkte Link zum Location Changer von SE Ranking.

OK, falls du aber ernsthaft SEO machen willst, und das nicht extern auslagern möchtest, kommst du um ein professionelles SEO-Tool sowieso nicht rum. Mit Ahrefs kannst du diesen Schritt zum Beispiel über den Keywords-Explorer bzw. den Site-Explorer sehr gut erledigen[1]. Und auch die meisten anderen Tools bieten eine ähnliche Option an.

Wenn du deine Keywords eingegeben hast, siehst du, welche Domains für diese Keywords ranken und auf welchen durchschnittlichen Positionen. Was jetzt wichtig ist, ist, dass du jetzt nicht einfach die TOP 5 runterschreiben solltest und die dann als deine Konkurrenten hernimmst.

Vorher musst du noch einen wichtigen Schritt machen: Und zwar aussortieren.

Was mein ich mit aussortieren?

Die Chancen sind zum Beispiel hoch, dass z. B. Seiten wie Wikipedia hoch ranken. ABER Wikipedia ist ziemlich sicher kein echter Konkurrent von dir.

Dasselbe gilt auch für Zeitschriften oder Plattformen wie Pinterest. Wähle nur solche Konkurrenten aus, die auch wirklich „reinpassen“.

SEO-Konkurrenten finden via SEO-Tool SE Ranking
Abb. 2: Finden der stärksten Konkurrenten durch Analyse einer Keyword-Gruppe in SE Ranking

Für die Suchmaschinenoptimierung reicht es im Normalfall aus, wenn du dir nur die Top-Konkurrenten anschaust. Hier geht’s ja jetzt erst mal nur um eine grobe SEO-Konkurrenzanalyse, um dir einen Überblick zu verschaffen.

Also du brauchst nachher keine Liste mit 20 Konkurrenten. Du willst ja auch fertigwerden. Es reicht also, wenn du dich hier auf die 4-6 stärksten Konkurrenten beschränkst.

Schritt 2: Analysiere deine Konkurrenten

So, du hast jetzt also eine Liste mit deinen wichtigsten Konkurrenten für die SEO. Im zweiten Schritt anaylsieren wir jede einzelne dieser Domains auf bestimmte SEO-Metriken.

Diese Metriken sind:

  • Domain-Autorität oder vergleichbare Metriken und die Anzahl an verweisenden Domains
  • Sichtbarkeit
  • Linkwachstum
  • Top-Seiten
  • Markenbekanntheit
  • Website-Daten & Nutzersignale

Diese Metriken kannst du natürlich beliebig erweitern und ergänzen – ich denke für den Zweck dieser Analyse eignen sich diese Metriken aber schon sehr gut, wir wollen die Analyse ja auch nicht unnötig aufbauschen. Aber wie gesagt, fühl die frei hier Metriken mit aufzunehmen, die dir persönlich besonders wichtig sind.

OK, also schauen wir uns jeden einzelnen Punkt der Reihe nach an, damit du weißt, worauf du achten musst und wie du diese Metriken am Ende in der Praxis nutzen kannst.

2.1 Domain-Authority

Fangen wir an mit der Domain-Autorität. Die Domain Autorität oder Domain Authority ist eine Standard-SEO-Metrik und beschreibt im Prinzip wie bedeutend eine Domain für ein bestimmtes Themengebiet ist[2]. Sie wird zu einem großen Teil durch die auf die Domain verweisenden Backlinks ausgemacht.

Wie du vielleicht schon weißt sind Backlinks praktisch eine Art Weiterempfehlung für Google und es zählen sowohl die Anzahl – also Quantität – als auch die Qualität der Links. Die Domain Authority kombiniert jetzt im Prinzip diese beiden Faktoren in eine gemeinsame Metrik.

Verschiedene Anbieter von SEO-Tools haben verschiedene Bezeichnungen für diese Metrik. Bei Ahrefs heißt sie zum Beispiel Domain Rating[3], Moz nennen es Domain Authority[4], andere Tools nennen es Domain Trust[5] und so weiter. Gemeint ist prinzipiell immer dasselbe.

SE Ranking: Analyse Domain Trust
Abb. 3: Analyse der SEO-Metrik „Domain Trust“ in SE Ranking

Die Domain Authority ist im Regelfall eine Zahl zwischen 0 und 100. In den Worten von Moz gibt die Domain Autorität an, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Website in den organischen Suchergebnissen ranken wird[4].

Domain Authority (DA) is a search engine ranking score developed by Moz that predicts how likely a website is to rank in search engine result pages (SERPs).Moz, Inc.

Sie ist nicht direkt ein Garant für gute Rankings, weil’s ja am Ende auch noch auf den Content im Einzelfall ankommt. Aber eine gute Domain Autorität weist schon mal darauf hin, dass ein Konkurrent, der für ein Keyword innerhalb seines Themengebietes ranken will, es schon mal deutlich leichter haben wird.

Falls du kein SEO-Tool nutzt, kannst du die Domain Authority kostenlos mit dem Moz SEO Checker herausfinden[6].

OK, jetzt hast du also dein Set an Wettbewerbern auf die Domain Authority geprüft. Was fängst du jetzt damit an?

Im Prinzip zeigt dir die durchschnittliche Domain Authority, wie schwer du es in deiner Nische haben wirst.

Als Faustregel kannst du dir merken, dass alles über einer Domain Authority von 60 sehr sehr schwer wird und du viel Zeit einplanen musst. Eine Domain Autorität von unter 30 ist im Regelfall gut hinzubekommen und zwischendrin sozusagen mittelschwer.

Domain Authority Schwierigkeitsgrade 0 bis 100
Abb. 4: Domain Authority Schwierigkeitsgrade von 0–100

2.2 Sichtbarkeitsindex

OK, dann machen wir weiter mit der nächsten SEO-Metrik: Der Sichtbarkeit. Die Sichtbarkeit einer Website wird durch den Sichtbarkeitsindex ausgedrückt.

Der Klassiker hier ist der SISTRIX-Sichtbarkeitsindex[7]. Der zeigt sehr schön, wie sich die Sichtbarkeit für die gesamte Domain im Laufe der Zeit entwickelt hat und ist besonders gut geeignet, um sich einen Überblick über eine gesamte Website zu schaffen. Um den herauszubekommen braucht es aber ein kostenpflichtiges Abo bei SISTRIX.

Aber keine Sorge, der SISTRIX-Sichtbarkeitsindex ist für uns sowieso nur solala interessant, weil er alle Keywords für die eine Website rankt mit einbezieht. Es geht uns ja aber um eine spezifische Gruppe an Keywords, wir wollen ja nicht, dass irgendwelche irrelevanten Keywords uns vom Wesentlichen ablenken.

Stattdessen würde ich dir daher ohnehin empfehlen, dass du dir den Sichtbarkeitsindex basierend auf deinen Keywords anschaust, und das geht zum Beispiel mit Ahrefs, Semrush oder SE Ranking.

Sichtbarkeitsanalyse der SEO-Konkurrenten mit SE Ranking
Abb. 5: Sichtbarkeitsindex in Prozent und basierend auf Traffic-Prognose in SE Ranking

Wie du siehst, wird die Sichtbarkeit einmal in Prozent und einmal bezogen auf den geschätzen Traffic angezeigt wird und diese Werte müssen auch nicht miteinander korrelieren. Ich persönlich schau mir immer lieber den Traffic-Index.

Notiere dir dann die Sichtbarkeits-Werte für deine Konkurrenten.

2.3 Linkwachstum

Wenn du die Sichtbarkeit analysiert hast, kannst du mit der dritten SEO-Metrik fortfahren. Hier schaust du dir das Linkwachstum des Linkprofils deiner Konkurrenten an. Wird auch häufig Link Velocity genannt.

Ziel hinter dieser Metrik ist es herauszufinden, ob und wie die Konkurrenz neue Backlinks generiert bzw., ob sie aktiv SEO betreibt und/oder durch hochwertiges Content-Marketing natürlich Links aufbaut.

Deswegen schauen wir uns hier an, wie viele Backlinks die Konkurrenten in den letzten Monaten dazugewonnen haben. Dabei interessieren uns vor allem hochwertige Backlinks von starken Domains.

Mit dieser Metrik zeigt sich dann auch ziemlich schnell, wie viele Ressourcen für das Projekt ungefähr benötigt werden:

Ich mutmaße jetzt mal, dass du im Rückstand bist, also dein Backlink-Profil schlechter ist als das deiner Konkurrenten. Weißt du, wie viele Links deine Konkurrenten durchschnittlich jeden Monat aufbauen, kannst du ungefähr einschätzen, worauf du dich einlässt. Bedenke auch, dass du schneller sein musst als deine Mitbewerber, weil du deinen Rückstand sonst niemals aufholst.

Im SEO-Tool deiner Wahl schaust du dir dann das Backlinkprofil deiner Konkurrenten einzeln an.

Erstens schau ich mir immer gerne die Anzahl an neuen verweisenden Domains für die letzten 6 Monate an.

Linkwachstum: Neue verweisende Domains letzte 6 Monate
Abb. 6: Analyse des Linkwachstums und Berechnung der neuen verweisenden Domains pro Monat

Dafür nimmst du einfach die aktuellen verweisenden Domains minus die verweisenden Domains von vor 6 Monaten und dividierst das Ergebnis durch 6.

Rechnung
In diesem Beispiel verwiesen vor 6 Monaten 131.927 Domains auf die Domain des Konkurrenten. 6 Monate später waren es 146.303. Das macht eine Differenz von 14.376 verweisenden Domains. Pro Monat sprechen wir also von einem Linkwachstum von 2.396 Domains/Monat (14.376/6).

Anschließend schaue ich mir die einzelnen Backlinks etwas genauer an und mache mir dazu Notizen.

Wenn du dir die Backlinks anschaust, filtere am besten nofollow-Backlinks aus. Uns interessieren hier nur dofollow-Backlinks, weil das die Links sind, die den größten bzw. überhaupt einen Einfluss auf die Rankings haben.

Ich würde auch nur einen Backlink pro Domain anzeigen lassen, damit das ganze möglichst übersichtlich bleibt. Die Backlinks, die dann noch übrig bleiben, sortierst du abschließend noch nach absteigender Domain Authority, um die stärksten Links ganz oben zu haben:

Backlink-Analyse, dofollow, 1 Link pro Domain
Abb. 7: Analyse von dofollow Backlinks in SE Ranking, 1 Backlink pro Domain, sortiert nach absteigender DT

Je nach dem wie ausführlich du die Backlinks analysierst, machst du dir entweder ein paar einfache Notizen nebenbei oder sammelst deine Ergebnisse gleich für eine später folgende detaillierte Backlink-Analyse.

Für diese überblicksartige Konkurrenzanalyse würde ich das ganze jetzt nicht zu kompliziert machen, aber natürlich schaust du hier früher oder später nochmal genau hin, insbesondere dann, wenn du vor hast die besten Backlinks deiner Konkurrenten nachzubauen.

Interessiert dich, wie du Backlinks deiner Konkurrenten nachbaust? Schreib mit eine E-Mail an [email protected] und lass es mich wissen, dann mache ich dazu bald eine separate Episode!

2.4 Top-Seiten

Für den Moment machen wir aber mal weiter mit der nächsten SEO-Metrik. Hier analysierst du die Top-Seiten deiner Konkurrenten – und zwar sowohl was den Traffic als auch was die Backlinks angeht.

Hier nach Traffic:

Konkurrenzanalyse: Top-Seiten nach Traffic
Abb. 8: Analyse der Top-Seiten nach Traffic

Auf diese Weise findest du zum Beispiel heraus, welcher Content-Typ und welche Keywords bei deinen Mitbewerbern gut funktionieren und wo du eventuell ebenfalls noch in Bezug auf neuen Content nachbessern könntest.

Also schau dir wenn möglich auch an, für welche Keywords diese Top-Seiten ranken:

Konkurrenzanalyse: Rankende Keywords der Top-Seiten
Abb. 9: Analyse der organisch rankenden Keywords einer Top-Seite in SE Ranking

Oft findet man hier auch gute und lohnenswerte TOFU Keywords, also Top of the Funnel Keywords. Falls dir das nichts sagt, hör am besten nochmal in Episode Nr. 5 an, wie man eine Content-Marketing-Strategie erstellt. Da erkläre ich dir, was TOFU mit Keywords zu tun hat.

Du solltest dir nicht nur die Top-Seiten nach Traffic anschauen, sondern auch die Top-Seiten nach Backlinks. Das korreliert nicht immer miteinander und das ganze getrennt anzuschauen lohnt sich, weil du hieraus super neue Ideen für deine Backlink-Strategie generieren kannst.

Denn Backlinks aufbauen gehört schließlich auch dazu – und mit den richtigen Themen geht das auch richtig gut. Nutze also die SEO-Konkurrenzanalyse auch gleich mit, um ein paar Ideen für die Umsetzung des Linkbuildings zu sammeln:

Konkurrenzanalyse: Top-Seiten nach Backlinks
Abb. 9: Analyse der Top-Seiten nach Backlinks

Wichtig ist aber auch, dass je nach Strategie nicht unbedingt immer alle Top-Seiten auch sinnvoll für dich sein müssen.

Also ich denke zum Beispiel an KMUs, die jetzt nicht mit super Einsteiger-Themen die gar nichts mit ihrem Business zu tun haben ranken wollen, weil dies im aktuellen Stadium zu aufwendig wäre (zu niedrige DA etc.). Behalte also die generelle Strategie im Hinterkopf.

Also, das war jetzt vielleicht etwas durcheinander.

Nochmal kurz und knackig: Du schaust dir in diesem Schritt die Top-Seiten deiner Konkurrenz bezogen auf Traffic und Backlinks an und für die Top-Seiten nach Traffic schaust du dir auch an, für welche Keywords diese Seiten ranken.

2.5 Markenbekanntheit

Kommen wir jetzt zur nächsten Metrik, die du dir im Rahmen der SEO-Konkurrenzanalyse anschauen kannst: die Markenbekanntheit.

Marken sind in den Suchergebnissen in den letzten Jahren immer wichtiger geworden und es ist sinnvoll, dass du an diesem Punkt der Konkurrenzanalyse auch einen Blick darauf wirfst, wie stark die Marken deiner Konkurrenten sind.

Ich mein schau dir nur mal dein eigenes Suchverhalten an. Auf welche Suchergebnisse klickst du ohne mit der Wimper zu zucken?

Die Chancen stehen gut, dass du besonders schnell Suchergebnisse von großen Marken anklickst – einfach, weil du unterbewusst das Gefühl von Vertrauen spürst, weil du die Marke wiedererkennst.

Im Supermarkt greifst du schließlich auch zu Coca-Cola ohne groß darüber nachzudenken. Unbekannte Alternativen sind selten die erste Wahl. Wir sind einfach Gewohnheitstiere.

Wir tun das, was sich bequem anfühlt. Was wir kennen und worauf wir vertrauen können. Auch wenn wir googlen[8].

Was wir uns also hier anschauen können ist wie viele Markensuchanfragen unsere Konkurrenten erhalten, um einen Eindruck von ihrer Markenbekanntheit zu bekommen. Starke Marken werden auch in den Suchergebnissen häufig bevorzugt, und darauf sollten wir uns im Vorfeld einstellen.

Auch hier greifst du am besten zu den altbekannten Tools, die ich eingangs bereits erwähnt habe. Filtere dann die Keywords, für die die Seite rankt, nach dem Markennamen. Achte aber darauf, dass der Filter nicht zu sehr einschränkt, also zum Beispiel Kombinationen des Markennamens mit anderen Begriffen nicht ausgeschlossen werden:

Markenbekanntheit: Markensuchanfragen analysieren
Abb. 10: Analyse des Suchvolumens für Markensuchanfragen und Kombinationen in SE Ranking

Das Suchvolumen aller Keywords, die den Markennamen enthalten, zählst du anschließend zusammen. Die meisten Tools haben dafür entweder eine separate Ansicht – wie z. B. KWfinder –, oder lassen zumindest den Export als Excel zu.

Dann kannst du es danach manuell zusammenrechnen:

Markensuchanfragen in Excel zusammengerechnet
Abb. 11: Zusammenrechnen des Suchvolumens für Markensuchanfragen in Excel

2.6 Website-Daten und Nutzersignale

Als nächstes schaue ich mir immer gerne noch die Website-Daten und Nutzerdaten der Websites meiner Konkurrenten an. Also zumindest, wenn ich irgendwie an die ran komme.

Ich hab schon mehrfach darüber geredet, wie wichtig Google die Zufriedenheit seiner Nutzer ist, weil im Prinzip das Geschäftsmodell der Google-Suche auf zufriedenen Nutzern aufbaut. Nutzer, die immer wieder kommen, kann man häufiger Anzeigen zeigen und so mehr Geld verdienen.

Das heißt, was wir jetzt im Idealfall gerne rausbekommen möchten sind Daten, die Rückschlüsse auf die Nutzerzufriedenheit und die Performance der Website zulassen.

Dazu gehören klassischerweise unter anderem:

  • Bounce Rate
  • Aufenthaltsdauer
  • Seiten pro Sitzung

Schon klar, du hast natürlich weder Zugriff auf Google Analytics noch auf die Search Console deiner Konkurrenten. Das macht die Sache nicht einfacher.

Aber es gibt da ein ziemlich cooles und kostenfreies Tool, das zwar nicht perfekte Daten liefert, aber doch zumindest ungefähre Schlüsse zulässt.

Das Tool heißt Similarweb[9]. Es ist kostenlos, hat aber den Nachteil, dass nur für größere Websites genügend Daten zur Verfügung stehen.

Wenn aber Daten vorhanden sind, lässt sich zum Beispiel für SAP herauslesen, dass Nutzer durchschnittlich 6 Minuten und 45 Sekunden auf der Website verbringen, dabei durchschnittlich 5 Seiten anschauen und die Absprungrate circa 40 % beträgt:

Konkurrenzanalyse mit Similarweb: Engagement-Daten
Abb. 12: Analyse der Domain sap.com über das Tool Similarweb.com

Alles in allem extrem gute Werte.

Wenn du dir für all deine Konkurrenten anschaust, wie durchschnittlich ihre Websites performen, kannst du diese Daten für ein Benchmarking für deine eigene Website nutzen.

Wenn du, was die Ergebnisse angeht, hier nicht mitspielen kannst, weißt du schon mal, dass du nachbessern musst. Das heißt, wenn z. B. deine Website-Besucher im Vergleich zu denen der Konkurrenz viel häufiger abspringen und durchschnittlich viel kürzer auf der Seite bleiben, zeigt dir das, dass deine Konkurrenten scheinbar etwas besser machen als du; ihre Nutzer zufriedener sind als deine.

Es gibt auch noch weitere Daten, die du dir mit Similarweb.com anschauen kannst. Zum Beispiel, über welche Kanäle der meiste Traffic auf die Website kommt.

Am Beispiel von SAP sehen wir hier unter anderem, dass beinahe 50 % des Traffics über die organische Suche kommt, gefolgt von 37 % Direkteinstiege. Zum Vergleich: Nur knapp 2 % kommen über soziale Medien:

Konkurrenzanalyse mit Similarweb: Traffic-Quellen
Abb. 13: Analyse der Trafficquellen von SAP über Similarweb.com

Der hohe Anteil an Direkteinstiegen sagt schon mal ganz klar: SAP hat eine starke Marke.

Was sagt uns der Traffic-Quellen-Bericht sonst noch? Wenn das bei allen Konkurrenten so ähnlich aussieht, sollten Social Media in diesem Fall vielleicht nicht unbedingt dein Fokus sein, weil hier offenbar nicht einmal die Big Player viel Traffic darüber generieren.

Hier kannst du also auch gleich ungefähr einschätzen, ob SEO für deine Konkurrenten gut funktioniert – am Beispiel von SAP würde ich sagen: Go for it.

Wenn du jetzt für deine Konkurrenten keine Ergebnisse über Similarweb bekommst, dann kannst du hier nicht allzu viel machen, um anderweitig an diese Daten zu kommen.

Das einzige, was ich jetzt spontan noch vorschlagen könnte ist, die Websites deiner Konkurrenten mit dem Google Chrome Tool „Lighthouse“[10] zu testen.

Das ist zwar nicht dasselbe, und ist nicht ganz so hilfreich, aber wenn deine Konkurrenten hier sehr gut sind, könntest du eventuell darauf schließen, dass sie hier auch viele Ressourcen reinstecken:

Analyse Core Web Vitals mit Lighthouse
Abb. 13: Lighthouse-Performance Report für sap.com

Aber bedenke auch, dass starke Marken hier nicht unbedingt alles perfekt machen müssen, um gut zu ranken, du aber – falls deine Marke kleiner ist – hier schon stärker darauf achten solltest.

Nochmal kurz falls du Lighthouse noch nicht kennst. Öffne einfach über Google Chrome ein neues Inkognito Fenster, tippe die URL deines Konkurrenten ein, tippe dann die Tastenkombination Steuerung + Umschalt + I ein und wähle im Reiter „Lighthouse“ den Punkt Performance aus. Klicke dann auf „Generate Report“.

Das ist jetzt wirklich eher eine schlechte Alternative als eine super gute Möglichkeit, um die Website Performance deiner Konkurrenten zu analysieren. Aber besser als gar nichts, oder?

Schritt 3: Excel-Datei erstellen

Gut, jetzt haben wir also alle möglichen Infos über unsere Konkurrenten gesammelt.

Damit das ganze noch ein bisschen anschaulicher wird und du den Überblick behältst, würde ich das jetzt alles in eine Excel-Datei übertragen. Beziehungsweise Google Sheets, je nach dem mit was du lieber arbeitest.

Dort kannst du alle Konkurrenten gleichzeitig betrachten und dir die besonders guten Ausreißer grafisch hervorheben:

Konkurrenzanalyse in Google Sheets darstellen
Abb. 14: Google-Sheets Vorlage für deine SEO-Konkurrenzanalyse

Ich habe dir dazu eine Vorlage in Google Sheets erstellt, mit der du arbeiten kannst, wenn du möchtest. Öffne sie dir einfach während du die Analyse machst und trag deine Erkenntnisse direkt dort ein.

Fazit

Ich hoffe, dir hat dieser Beitrag Mehrwert geboten und du weißt jetzt, wie du deine eigene SEO-Konkurrenzanalyse erstellen kannst.

Nutze diese Analyse, um dein Projekt besser planen zu können und effektive Strategien zu entwickeln.

Falls du Hilfe dabei brauchst, deine Konkurrenzanalyse zu erstellen oder bei der Interpration deiner Daten Unterstützung haben möchtest, kontaktiere mich einfach über meine Website.

Viel Spaß bei der Umsetzung.

PS: Du willst deine Konkurrenten in der Google-Suche möglichst effektiv und schnell ausstechen? Dann lass uns zusammenarbeiten!

PPS: Doch lieber do-it-yourself? Dann brauchst du auf jeden Fall das richtige Tool! SE Ranking ist 14-Tage kostenlos testbar. Hier geht’s zum Mitbewerber SEO/PPC Recherche-Tool (Empfehlungslink).

Ressourcen

[1] https://ahrefs.com/
[2] Erlhofer, S. (2020). Suchmaschinen-Optimierung: Das umfassende Handbuch (10., aktualisierte und erweiterte Auflage). Rheinwerk Computing.
[3] https://ahrefs.com/blog/domain-rating/
[4] https://moz.com/learn/seo/domain-authority
[5] https://help.seranking.com/tools/backlink-checker/how-to-find-a-websites-backlinks/
[6] https://moz.com/free-seo-tools
[7] https://app.sistrix.com/de/visibility-index
[8] https://www.searchenginejournal.com/seo-guide/brand-building-strategy/
[9] https://www.similarweb.com/de/
[10] https://developers.google.com/web/tools/lighthouse

Zuletzt geändert am 26. Juli 2021
Über den Autor
Kai Bader
Kai Bader

Kai Bader ist Online Marketer, Blogger, Podcaster und Unternehmer. Er hilft KMUs aus der DACH-Region dabei, Ihren ROI zu steigern, indem er die richtigen Online-Marketing-Kanäle für sie findet und maßgeschneiderte holistische Strategien für sie entwirft.